Auf Initiative von Karo Otte, unserer Bundestagsabgeordneten für Bündnis 90/Die GRÜNEN, veranstaltete unser Kreisverband am 19.02.2026 um 18 Uhr einen Grünen Gewerkschaftsempfang in der Kulturscheune Salzgitter mit Lena Fuhrmann (Betriebsrätin und Mitglied im Aufsichtsrat der Salzgitter Flachstahl GmbH) und Frank Bsirske (langjähriger Verdi-Vorsitzender und ehemaliger Bundestagsabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen) sowie Holger Dahms, unser Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl Salzgitter.

In Zeiten tiefgreifender Umbrüche in der Industrie erleben wir, wie hart erkämpfte Arbeitnehmer:innenrechte erneut unter Druck geraten. Konservative Kräfte um Friedrich Merz propagieren eine Politik sozialer Kälte, die nicht nur die Arbeitsrealitäten der Mehrheit verkennt, sondern den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet. Gerade vor diesem Hintergrund braucht es starke Gewerkschaften, engagierte Betriebsrät:innen und eine politische Stimme, die klar an der Seite der Beschäftigten steht.

Unsere Vorstandssprecher Jana Göhe-Akdeniz und Christoph Müller begrüßten circa 35 Gäste und eröffneten mit einem Statement zur arbeitsmarktpolitischen Lage den Meinungsaustausch mit Karo Otte und den Podiumsteilnehmenden.


Karo Otte erläuterte eingangs, dass der Gewerkschaftsempfang Raum bieten solle, die aktuellen Herausforderungen zu benennen, solidarische Antworten zu entwickeln und gemeinsam für eine gerechte, ökologische und demokratische Arbeitswelt einzutreten.
„Gemeinsam wollen wir heute mit Lena Fuhrmann und Frank Bsirske diskutieren, wie wir die Arbeitswelt fair gestalten und den sozialen Zusammenhalt in unserem Land verteidigen.“
Frank Brirske kritisierte vehement die gegenwärtigen Angriffe von SPD und CDU/CSU auf die Rechte der Arbeitnehmer:innen. Die Umverteilungspolitik zu Gunsten der Reichen und Millionäre darf nicht hingenommen werden. Die Konzentration der Vermögen auf immer weniger Superreiche und damit Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich muss gestoppt werden. Insbesondere die Erbschaftssteuer muss so gestaltet werden, dass sich Erben von Familienimperien nicht der Erbschaftssteuer entziehen können. Die gesetzliche Rente muss allen Menschen ein Leben in Würde ohne Altersarmut ermöglichen, die Finanzierung der Renten ist eine Frage des politischen Willens und der Solidarität. Wenn wieder Arbeitskämpfe notwendig werden, gehen wir gemeinsam auf die Straße und in Gespräche mit Nachbar:innen, Kolleg:innen und Freund:innen.


Lena Fuhrmann zeigte anhand einiger Beispiele, wie in der Praxis die Betriebsräte in den Unternehmen die Rechte der Arbeitnehmer:innen vertreten und die Arbeitzplätze sichern. So hatten sich IG Metall und der Betriebsrat zusammen mit den Mitarbeitenden im vergangenen Jahr erfolgreich gegen die Übernahme der Salzgitter AG durch die Papenburg AG gewehrt, denn dadurch wäre der Erhalt der Eigenständigkeit, der paritätischen Mitbestimmung und der Arbeitsbedingungen gefährdet. Ein Verkauf in die Hände von profitgetriebenen Familienunternehmen und renditesüchtigen Aktionären wurde so verhindert.
Holger Dahms kündigte an, dass er als gewählter Oberbürgermeister die Arbeitsrechte der Mitarbeitenden vollständig und uneingeschränkt beachten werde. Die Bindung von Personal muss durch Ausbau der Angebote wie Job-Ticket oder auch Jobrad mit einhergehen. Mit den Personalvertretungen werde er vertrauensvoll zusammenarbeiten. Aus aktuellem Anlass stellte er klar, dass er Geflüchtete auf freiwilliger Basis in soziale, kulturelle und gemeinnützige Projekte einbinden, Hürden wie Arbeitsverbote und bürokratische Verfahren abbauen sowie den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern wird. Dabei werde er aufgrund beruflicher Erfahrungen besonderen Wert auf Inklusion am Arbeitsplatz legen.

Zum Abschluss wurden bei Musik, Snacks und Getränken interessante Gespräche geführt und Meinungen ausgetauscht. Ein gelungener Abend in guter Atmosphäre mit tollen Teilnehmer:innen und Diskussionen.
